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LESUNGEN:
TAULERS STILLE MYSTIK von Dr. Walter Buckl, März 2011 .... Der erste Taulerabend bot den gebannt lauschen Zuhörern in der überfüllten Borgiaskapelle einen ästhetisch ansprechenden Kontrast zwischen dem Vortrag des Theologen (Prof. Erich Naab), und der Interpretation durch die Lesung. Albrecht interpretiert Taulers Texte durch eindringliche Betonung der in Deutsch übersetzten Predigt, sie gestikuliert ruhig, ohne zu übertreiben. Der fast charismatische Predigtvortrag wird zum Erlebnis, das heute noch ahnen lässt, wie intensiv er einst auf die weiblichen Religiosen des Spätmittelalters gewirkt haben mag. Zuletzt wagt sich keine Hand zu Applaus....
MEISTER ECKHARTS ZAUBER von Dr. Walter Buckl, Dezember 2010 .... Albrecht trägt die Texte klar und deutlich artikuliert vor. Unterstrichen wird die darin evozierte Stimmung von dem glücklich gewählten exclusiven Ort der Lesungen in der sehr versteckt liegenden Borgiaskapelle .... Seine beeindruckende Wirkung zeigte sich auch darin, dass am Ende niemand zu applaudieren wagte....
SZENISCHE ARBEITEN:
WENN EIN ZENMEISTER DEN FINGER HEBT Die freie Kölner Theatergruppe und ihre Leiterin Ursula Albrecht, im letzten Jahr mit einer originellen Schönberg-Adaption am selben Ort, legte nun mit DIE SCHRANKE OHNE TOR eine überzeugende Arbeit vor. Drei junge Komponisten teilten sich die Aufgabe der Vertonung der drei Koan-texte aus dem Zen- Buddhismus. Daß das menschliche Laborieren am eigenen Dasein nie grotesker Züge entbehrt, stellte die Inszenierung in den Mittelpunkt. Ihren Erfolg verdankt sie einmal mehr der gesamten Truppe; dem fabelhaften Fünf-Mann-Orchester, dem Dirigenten Christoph Maria Wagner, und vor allem Frederic Meylan (Countertenor), Martin Endrös( Bariton) Joerg Braeuker(Bass). Die ein hohes darstellerisches und stimmliches Niveau erreichten.
Kölnische Rundschau, von Raoul Mörchen, August 1996
TIEFROTES HERZ AM BODEN KÜNDET VON SEHNSUCHT Genauso schwer verständlich wie die erwählte Vorlage – die „Opferstock-Predigt“ des Mystikers Meister Eckhart, mutet zunächst die Inszenierung DER OPFERSTOCK Ursula Albrechts an. Armselige und kuriose Gestalten schaffen Konstellationen im Raum, treiben zwischen Inbrunst, Lasterhaftigkeit, Furcht und Einfalt umher und nehmen wörtlich, was trotz extremer Textwiedergabe nur als Abstraktion begreiflich ist. Stark gelingt die Einbindung der Kreaturen in das äußerst reduzierte Bühnenbild von Manfred Schneider, da die Kargheit des Raumes trefflich als Projektionsfläche der in existentielle Verwirrungen gestoßenen Menschenkinder funktioniert. Christioph Maria Wagners Musik ist im besten Sinn Theatermusik: Sie stachelt kräftig an, betäubt durch bizzare rhythmische Intensität und fesselt mit collageartigen Passagen, die die mannigfaltigen Lautäußerungen der Vokalisten verstärken und verfremden. Der Mensch in seiner nackten Existenz und Sinnsuche zwischen Ideologie, Erlösung, Wahnsinn und Erleuchtung hin und her geworfen.
Kölner Stadtanzeiger, von Egbert Hiller, August 1997
BRAUTGESANG IN DER ENGE EINES TRANSPARENTEN ZELTES ...Zu sehr berührte bei aller zunächst vordergründigen Ferne von Thema, Musik und Darstellung, der mehrschichtig verdichtete und ineinandergreifende Kern dieses einstündigen Einakters. Johannes vom Kreuz projiziert die alle rationale Erkenntnis übersteigende unmittelbare Erfahrung einer göttlichen Realität auf eine Braut mit ihrer Sehnsucht nach dem Geliebten. Es war eine glückliche Fügung dass der Komponist Andreas Daams und die Intendantin Ursula Albrecht ihre verwandten Interessen in dieses gemeinsame Projekt LAS CANCIONES - DER GEISTLICHE GESANG investieren konnten. Die exklusive sparsame Wahl der musikalischen und szenischen Mittel konzentrierte die Aussage des geistlichen Gesangs auf das Wesentliche. Dem Anliegen dienten Manfred Schneiders Bühnenbild für die 4 Sopranistinnen. Deren kleiner Aktionsraum im transparenten Zelt war ein Symbol für die Enge und Einsamkeit, die kaum einem Menschen fremd sind. Von den Rund 200 Besuchern wurden der Komponist und das Ensemble mit immensem Applaus überschüttet.
Rheinische Post, September 1999
JAKOBS TRAUM Vier lange Bretter in Quadratform übereinandergelegt,(Bühne: Manfred Schneider) waren für einen Darsteller und zwei Sänger der Bewegungsraum in einem musiktheatralen Stück von starker, suggestiver Kraft. Sprache, Musik und Gestik, waren eine mitreißende Gesamtschau. Rhythmische Elemente gaben Grundstruktur, litaneiartige Ostinati die Psychodramatische Eindringlichkeit. SCALA NOSTRA – DIE HIMMELSLEITER. Ein Wanderer ( Frank Albrecht), ist auf dem Weg zur ewigen Glückseligkeit, eine Frau ( Eun-Young Lee, Koloratursopran) und ein Mann (Joerg Braeuker, Bass), geben mit Interviews, Trümmern aus einem theologischen Werk, Kommentare und kritische Anweisung dazu. Eine glänzende Idee. Der Traum Jakobs aus dem Alten Testament aktualisiert. Und eine noch bessere Realisation, weil mit einem Minimum an Aufwand ein Maximum an Wirkung erzielt wurde. Das Publikum war gefordert. Die Qualität hatte ihren angemessenen Preis.
Saarbrücker Zeitung, Peter Schroeder Juni 2000
ALBERTS GARTEN Mal redeten der Naturbeobachter Albertus Magnus ( Michael Schmitter) mal der Theologe Albertus Magnus (Frank Albrecht) gründlich aneinander vorbei, mal kam vom Theologen die weiterführende Deutung, mal schien aus den Ausführungen des Naturforschers auf eine Frage des Philosophen ein Hauch von Antwort aufzublitzen, dann wiederum stieg massiver Zweifel daran auf, dass es sinnvoll für ein Menschenleben ist, all diese Details zu wissen und sein Leben daran zu hängen, dieses Wissen weiter zu vermehren, um dann wieder im Staunen vor den Schöpfer geführt zu werden. Welches Wissen führt zum Glück ? Wo sind die Grenzen des Wissens ? Vieles klang in dieser Aufführung an, heiter, leicht und tief.
Sr. Scholastika Deck OSB, 2009 Freiburg
VOM MUT NACH GOTT ZU SUCHEN ...Wenig scheint uns heute ferner als jene Gedankenwelt der Mystiker aus der Mitte des 16. Jahrhunderts. Die Verzückungen der Teresa von Avila wirken auf uns ebenso befremdlich wie der tiefgründige Liebesgesang des Johannes vom Kreuz, der das Bild der Seele als Braut Gottes wie Amelry verwandte. Lässt man sich aber, geleitet von der konzentrierten Inszenierung auf die „Geschichte“ ein, verblüfft sie durch ihre Zeitlosigkeit: Schließlich sucht hier ein Mensch mit allem, was dazu gehört, nach Gott – und er findet ihn. Ein schmerzhafter Prozess zuweilen, aufregend und beglückend für den Suchenden, der oft zu wenig Geduld und zu viele Zweifel hat. Fast erfordert es mehr Mut, zu glauben als es bleiben zu lassen – dies alles geht heutigen Gottsuchern nicht anders. Sieben Tage bleibt die „Seele“ ( Lorenz Heimbrecht, Bariton) in „ DIE KAMMER DER ANDACHT“ im Dialog mit ihrer „Amme“ (Joerg Braeuker, Bass), bei ihrer geistlichen Begleiterin, dort kommt die Seele jeden Tag einen Erkenntnisschritt näher zu Gott. Das Auf und Ab ihrer Gefühlslage kommentiert ein Mystagoge, Lehrer der Mystik (Frank Albrecht, Sprecher) für die Zuschauer. Mit wohldosierten Mitteln übersetzt das Ensemble, das sich seit vielen Jahren mit den mystischen Schriften des Christentums und Improvisation befasst, unter der Regie von Ursula Albrecht den spätmittelalterlichen Text in heutige Bilder und Klänge. Die weiß gekleidete Seele und ihre dunklen Gefährten bewegen sich ausschließlich auf einem großen auf dem Boden liegenden Holzkreuz ( Bühne: Manfred Schneider) Kongenial wechselt Ursula Albrecht, die an der Hochschule für Musik in Köln lehrt, je nach Lage der Seele, zwischen gesprochenem und Gesang, zwischen Wort und Geige, Waldhorn und Klarinette. Ebenso sparsam wie effektvoll auch jederzeit die Gesten. Ein verblüffendes, geglücktes Experiment.
Kölner Rundschau, Brigitte Schmitz-Kunkel, August 2004
DIE DUNKLE STILLE ...das THEATER DER STILLE leistet Pionierarbeit bei der theatralen Erforschung großer mystischer Texte. Die Aufführung mit einem Tonband, einer Frau am Tonband, zwei Sängern und einer Instrumentalistin besticht durch Dramatik und Transparenz. Momente des konzentrierten Lauschens wechseln bruchlos ab mit gestischen, stimmlichen und musikalischen Improvisationen, Überlagerungen stellen sich eine von Szene, Tonband und Musik: der gehörte Text wandert durch Körper und Stimmen – und setzt sich fort über Gletscherspalten des Schweigens. Erst nach geraumer Zeit begreift der Zuschauer, dass die Choreographie der Aufführung nicht abgesprochen ist. Jede sprachliche und musikalische Reaktion, jeder Ausdruck, jede Geste besitzt leidenschaftliche Päsenz, manchmal schmerzlich, oft auch vergnügt, skurril. Improvisationstheater auf höchstem Niveau.
Dr. Kurt Kreiler, Köln Juli 2009
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